Sehr aufwändiger Bewerbungsprozess (Telefonat mit Personalerin, einstündiges Vorstellungsgespräch mit Personalerin, mehrstündige schriftliche Aufgabe, E-Mail-Verkehr,
eineinhalbstündiges Vorstellungsgespräch mit drei Projektmanager:innen). Auffällig: Ich wurde bei dem Gespräch oft nach Feedback gefragt, z.B. zum didaktischen Gehalt ihrer Videos oder zum Ablauf des Bewerbungsgesprächs. Ansonsten war das Gespräch sehr angenehm, es wurden keine unerwarteten oder "gemeinen" Fragen gestellt; es war ein Austausch auf Augenhöhe.
Am Ende hieß es, dass man sich in drei Werktagen bei mir melden würde. Die Zeit verstrich. Nur auf Rückfrage erhielt ich nach einem Monat eine standardisierte Absage, die überhaupt nicht zu den Aussagen im Bewerbungsgespräch passte, sowie die fadenscheinige Ausrede, der Mailclient sei abgestürzt, weshalb man sich nicht eher melden konnte (meine Telefonnr. ist bekannt). Das eigentliche Ärgernis aber, dass vor einigen Tagen besagte Stelle, die angeblich an eine andere Person vergeben wurde, wieder neu (!) auf LinkedIn eingestellt wurde, was bedeutet, dass entweder die standardisierte Absage oder die Stellenausschreibungen eine Farce sind. Nach all den Gesprächen und E-Mails mit betonter Du-Kultur und lockerer Atmosphäre, die eine (objektiv nicht existierende) Nähe suggerieren, fühlt man sich da schon etwas getäuscht. Identische Stellen werden über Monate hinweg immer wieder neu ausgeschrieben – ich bezweifle, dass es sich um ernsthafte Stellenangebote handelt (bei 132 ausgeschriebenen Stellen bei 58 Festangestellten sollte man hellhörig werden).
Fazit: Sehr fragwürdig und große Verschwendung von zeitlichen und emotionalen Ressourcen.
An Studyflix: Bitte bedenkt, dass hinter den Personen, die sich bei euch bewerben, Menschen stecken, die sich wirklich ernsthaft auf die ausgeschriebene Stelle bewerben, die darin evtl. ihre Traumstelle sehen, die Zukunftspläne schmieden usw. Dass es mal mit einer Bewerbung nicht klappt, passiert aus den verschiedensten Gründen, aber so für dumm verkauft und wenig wertgeschätzt habe ich mich in einem Bewerbungsprozess noch nie gefühlt.