Ich wurde von einem Freund empfohlen, der bei Google Zürich arbeitet, und einer ihrer Personalvermittler hat sich bei mir gemeldet. Anfangs wollte ich an keinem Bewerbungsgespräch teilnehmen, da ich nicht wusste, ob ich für Google arbeiten möchte, aber weil ich Google mag, wollte ich es mal versuchen.
Also wurde ich 2 - 3 Monate nach dem Erstkontakt erneut vom Personalvermittler kontaktiert. Er fragte mich, ob ich interessiert sei, also begannen wir den Einstellprozess.
Nach zwei Wochen wurde ein Telefongespräch für mich geplant. Die Fragen waren wirklich grundlegend, um die Ungeeigneten herauszufiltern, man sollte beispielsweise einen binären Suchbaum aus einer sortierten Reihung machen. Bei einer solchen Fragen stolperte ich ein bisschen. Mein Freund erzählte mir, dass wenn das erste Telefonat nicht eindeutig war, würde noch ein zweites Telefonat folgen und genau das ist auch passiert. Nach einer Woche bekam ich die Nachricht, dass noch ein telefonisches Gespräch geplant sei.
Das zweite Telefonat war richtig gut. Bei der letzten Frage sollte ich ein HashSet mit einem getRandomElement implementieren, womit ich nach 5 Minuten fertig war. Ich muss den Gesprächsleiter beeindruckt haben, denn ich erfuhr ziemlich schnell, dass ich zu einem Bewerbungsgespräch vor Ort vorbeikommen sollte.
Das Gespräch vor Ort war 3 Wochen später in Zürich. Es gab 5 Gespräche mit 5 verschiedenen Leuten am selben Tag. 3 Gespräche am Morgen, gefolgt von einer Mittagspause und danach nochmal 2 Gespräche. Bei den Fragen ging es meistens um Algorithmen und Datenstrukturen, wir sprachen aber auch über Programmiersprachen, Skalenentwicklung, beste Anwendungsbereiche und es gab auch eine recht komplizierte und ergebnisoffene Frage über Systemdesign.
Eine Woche später bekam ich die Absage. Ich war gut, aber bei Algorithmen nicht gut genug. Sie wollten, dass ich es in einem Jahr noch einmal versuche. Im Grunde glaube ich, dass ich nicht effizient genug war, auch wenn ich die zur Frage stehenden Probleme gelöst habe. Dass man kaum Feedback bekommt, nervt, aber sie haben gute Gründe, warum sie keins geben.